WINDENERGIE AUF DEM EICHELBERG

 

Zur Steuerung der Energiewende verfolgt die Landesregierung Baden-Württemberg das Ziel, bis 2020 zehn Prozent der Energie aus heimischer Windkraft zu erzeugen. Durch die Änderung des Landesplanungsgesetzes sind Städte und Kommunen verpflichtet, 2013 einen Flächennutzungsplan zur Erzeugung von Windenergie zu erstellen bzw. Standorte für Windräder auf ihrer Gemarkung auszuweisen.

 

Mit der Windenergie existiert ein wesentlicher Baustein zur Energiewende, wenn sogenannte „Schwachwind-Standorte“ ausgeschlossen werden, zu denen auch die Bergstraße und der Odenwald gehören. Hier können die Renditen von Windrädern durchaus weit hinter den Prognosen zurückbleiben.

 

 

Sind Wind-Energie-Anlagen (WEA) am Schwachwind-Standort Eichelberg sinnvoll?

Laut dem Windatlas von Baden-Württemberg wird in unserer Region optimistisch gesehen eine Windgeschwindigkeit von 6 m/s erreicht. Zur optimalen Auslastung einer Windturbine werden aber mindestens 12 m/s vorausgesetzt, um (gemäß dem Turbinen-Leistungsdiagramm) auf mindestens 2000 jährliche Volllaststunden zu kommen. An der Küste werden solche Windgeschwindigkeiten durchschnittlich problemlos erreicht. Mit dem Ergebnis, dass dort stets mindestens die 8-fache Leistung erzeugt wird, denn diese steigt und sinkt mit der dritten Potenz der Windgeschwindigkeit. Ungeachtet der schlechten Rentabilität sollen dennoch in unserer Region bis zu 200 m hohe Windräder aufgestellt werden (pro WEA > 6 Mio EUR), um wenigstens annähernd auf eine Windgeschwindigkeit von 6 m/s zu kommen.  

 

Gutachten als Grundlage potentieller Standorte

Das Planungsbüro Fischer, Gießen legte am 19.07.2012 ein von der Stadt Weinheim in Auftrag gegebenes Standortgutachten vor, das die Ausweisung von Freiflächen für WEA zum Inhalt hat. Nachstehend einige Auszüge daraus:

  • Der Freibereich FB 6 Eichelberg erhält eine Gebietsfläche von 52,2 ha 
  • Die Flächeninanspruchnahme beträgt ca. 6000m² = ca. (77x77) m
  • Der Abstand zwischen zwei WEA beträgt in Hauptwindrichtung 500m und in Nebenwindrichtung 350m.
  • Durchschnittlich kann für WEA. deren Nennleistung bei 2MW liegt, von einem Schallpegel von 100dB(A) bis 105dB(A) am Entstehungsort ausgegangen werden. 

  

Folgen durch Errichtung eines Windparks

1. Waldrodung

Der BUND (Ortsgruppe Weinheim) misst der naturschutzfachlichen Bedeutung des Eichelberges, bereits ohne das zu erbringende tierökologische Gutachten, einen sehr hohen Stellenwert bei. Die Bedeutung als Naherholungsgebiet mit dem Eichelberg-Turm wird ebenfalls sehr hoch eingeschätzt.

Im Gipfelbereich befindet sich ein regional seltener Waldtyp mit einem Bestand aus Leimkraut-Hainsimsen-Traubeneichen. An den Nord- und Südhängen liegen viele Blockhalden mit mächtigen Granitblöcken (Naturdenkmale). Am Westhang befindet sich ein Blockwald aus Winterlinde, Traubeneichen und Bergahorn.

Durch die großflächigen Waldrodungen mit Felssprengungen für die gewaltigen Betonfundamente der WEA mit Kranstell- und Lagerplätzen, Kabelgräben, 4,5 m breiten Zuwegen für die Tieflader-Fahrzeuge, Verteiler-Stromnetze, Trafo- und Umspannstationen usw. wird der Geo-Naturpark Eichelberg unwiederbringlich zerschnitten und zerstört.

 

2. Lärmbelästigung

Der Schallpegel von 105 dB(A) am Entstehungsort einer WEA entspricht dem Lärm einer Kettensäge in 1 m Abstand. Standorte für WEA mit nur 350 m Abstand zueinander bedeuten eine sehr große akustische Belastung (Scheuchwirkung) für Mensch und Tier. Auch in den Ortschaften wird der Lärm hörbar sein. Die einzuhaltenden Grenzwerte werden dabei nach Lärmprognosegutachten – tagsüber mit 60 dB(A) und nachts mit 45 dB(A)schön gerechnet, jedoch weder messtechnisch erfasst noch auf Grenzwerte überwacht.

 

3. Auswirkungen auf die Gesundheit

Durch tieffrequenten Schall und Infraschall können enorme körperliche Belastungen bis hin zu schwersten Erkrankungen auftreten. Das Robert-Koch-Institut bezeichnet die Lärmpegel der WEA im Frequenzbereich 8 bis 20 Hz als sehr ernst zu nehmendes Problem (fließender Übergang vom Hören zum Fühlen mit Ohrendruck und Körperresonanzen).

 

4. Wertverlust der Häuser

Die von den Windrädern ausgehenden Schall-Immissionen, (Summ- und Heultöne, Schlaggeräusche, Schlagschatten, Reflexionen) haben für die Bewohner der angrenzenden Ortschaften eine Herabstufung der Grundstücks- und Immobilienwerte (≥ 30%) zur Folge. Nur die Mieter können sich mit ihrem Wegzug von allen Nachteilen befreien.

 

Den Eichelberg retten

 

Viele Einwohner sind nach Oberflockenbach, Altenbach und Ursenbach wegen des charakteristischen Landschaftsbildes und des Erholungswertes rund um den Eichelberg gezogen.

Wir möchten unsere einzigartige Landschaft im Geo-Naturpark Bergstraße/Odenwald mit ihrer Tier- und Pflanzenwelt und den schönen Gesteinsformationen erhalten. Das beliebte Naherholungsgebiet rund um die „Mannheimer Hütte“ ist seit 2004 Teil des Globalen Geopark-Netzwerkes der UNESCO.

 

 

Erste Gedanken Altenbacher und Oberflockenbacher Bürger zu WEA in der Eichelbergregion

 

Grundsätzlich muss ein umweltbewusster Bürger heutzutage FÜR die Erschließung und Durchsetzung erneuerbarer Energien sein. Sicherlich stünden die Altenbacherinnen und Altenbacher – würden sie befragt – diesem Thema sehr aufgeschlossen gegenüber.

Skeptisch wird man jedoch, wenn man von einem Großprojekt, das vor der eigenen Haustür geplant ist, eher zufällig erfährt, insbesondere wenn sich die Planung schon inmitten der Phase befindet, in der freie Bürgerbeteiligung zulässig ist.

Die allerwenigsten Bürgerinnen und Bürger Altenbachs und Oberflockenbachs wissen von diesem Projekt. Seit dieser Woche setzten sich neben ein paar Erwachsenen hauptsächlich die Kinder und Jugendlichen, die durch ihre Eltern davon „Wind“ bekommen haben, damit auseinander, dass „ihr Wald“ wegsoll. Die Viertklässler der Grundschule Altenbach haben am Freitag (16.11.) darüber gesprochen und ihre Kunststunde dafür verwendet, ein Poster zu gestalten, auf dem sie sich ausdrücklich gegen die Abholzung des Eichelbergwaldes aussprechen und eine Unterschriftenaktion ins Leben gerufen haben. Die Altenbacher Jugend hat ihre Kommunikationsplattformen mit Facebook und Twitter heiß laufen lassen: „Erneuerbare Energien JA, aber unser Wald soll nicht weg, außerdem soll der von der WHO empfohlene Mindestabstand zu Wohnsiedlungen von 2000 m eingehalten werden“. Letzteres dürfte beim momentanen Planungsstand nicht realisierbar sein, denn die WEA würden lediglich 700 m entfernt von den ersten Wohnhäusern stehen.

Weiterhin machen wir uns Sorgen um:

  • den Verlust des uns enorm wichtige Naherholungsgebietes um den Eichelberg          
  • den Impakt der WEA auf unser Landschaftsschutzgebiet
  • die gesundheitliche Beeinträchtigungen, die von WEA ausgehen (Geräuschbelastung, Schlagschatten, Infraschall können Bluthochdruck, Unruhe, Tinnitus, etc. bewirken und dadurch die Lebensqualität enorm mindern); insbesondere, wenn die von der WHO empfohlenen Mindestabstände zu Wohnsiedlungen nicht eingehalten werden. Windkrafthersteller in GB empfehlen einen Mindestabstand zu Wohngebieten von 5,5 km, die britische Regierung hat 3,7 km durchgesetzt
  • die Beeinträchtigung des Ökosystems (Tiere, z.B. Fledermäuse,…)       
  • den Wertverlust unserer Immobilien von mind. 30%

 

Wir bezweifeln, dass die Windsituation in der Eichelbergregion mit angeblich 6 m/s ausreicht, um die Rentabilität der WEA zu gewährleisten. Hersteller von WEA sprechen von einer rentablen Ausbeute des Windes durch Anlagen zwischen 14 m/s (Windstärke 7) und 25 m/s (Windstärke 10). Darunter erreichten die Windräder nicht ihre Leistungsnennstärke. Absolutes Horror-Szenario wäre eine Verstümmelung des Geo-Parks ohne das gewünschte energetische Ergebnis.

 

Wir fürchten, dass wir – trotz der Vielzahl an bundesweit gemachten negativen Erfahrungen mit WEA, besonders bezüglich Abstand, Gesundheit und Landschaft/Natur – nicht gehört werden, dass wir von unserem demokratischen Mitspracherecht keinen Gebrauch machen dürfen.

 

Es herrscht Informationsbedarf! Die Altenbacher und Oberflockenbacher Bürgerinnen und Bürger möchten Transparenz und die Möglichkeit der Partizipation!

Arbeitskreis

"Rettet den Eichelberg"

Engagierte Oberflockenbach

und Altenbach Bürger

bilden einen AK
zur Erhaltung des Eichelberges:

"NEIN ZU WINDENERGIEANLAGEN auf dem EICHELBERG!"